Read Der gelbe Diwan. Roman by Walter Grond Online

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Was h lt den pathologischen Horizont unserer Gegenwart zusammen Wieso funktioniert unsere Gesellschaft anscheinend so reibungslos, obwohl ihre Basis l ngst weggebrochen ist Walter Grond stellt keine geringere Frage als die, wie unsere Welt am Beginn des 21 Jahrhunderts funktioniert und f hrt statt einer einfachen Antwort tief hinein in den Gro stadtdschungel zwischen Orient und Okzident, wo Menschen und Kulturen sich begegnen und verlieren, wo Ideen und Identit ten, Geschichten und Erinnerungen aufblitzen und vergl hen, wo alles verbunden ist und doch jedes Leben f r sich steht Der Journalist Paul Clement bereitet sich auf eine Reise vor, die ihn auf den Spuren Gustave Flauberts durch gypten f hren soll, als er vom Selbstmord seines ehemaligen Freundes Johan erf hrt Die Reise zu seinem Begr bnis wird zu einer Reise zur ck in seine Boh mejahre, in eine Zeit, in der alles m glich und alles erkl rbar erschien, in der man genau wusste, wof r und wogegen man k mpfte...

Title : Der gelbe Diwan. Roman
Author :
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ISBN : 3852185963
ISBN13 : 978-3852185965
Format Type : EPub
Language : Deutsch
Publisher : Haymon Verlag Auflage 1 4 September 2009
Number of Pages : 292 Pages
File Size : 861 KB
Status : Available For Download
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Der gelbe Diwan. Roman Reviews

  • Karl-Heinz Heidtmann
    2019-03-14 04:56

    Das Buch erschließt sich dem Leser weder auf den ersten noch den zweiten Blick. Und das liegt nicht nur an dem (für mich eindeutig) zu klein gewählten Zeichensatz oder den sehr eng beschriebenen Seiten mit nur kleinen Rändern. Beides sind keine Kriterien, die per se gegen ein solches Buch sprechen müssen, sind gleichwohl aber symptomatisch, denn auch inhaltlich ist dies gewiss kein einfach zu lesendes Werk. Mehrfach musste ich einen Anlauf nehmen, doch dieses Buch will sich dem Leser nicht so einfach erschließen - es sperrt sich.Dabei versteht der Autor ohne Zweifel sein schriftstellerisches Handwerk. Und wohl nicht zufällig ist man an mancher Stelle an Texte wie die eines Martin Walsers erinnert, was die Erzähltechnik, die Dialoge oder die Rückblenden betrifft.So wie sich der Freitod Johanns, eines Freundes des Protagonisten Paul Clement, als roter Faden durch das gesamte Werk zieht, hat auch der Diwan offenbar seine Bedeutung (immerhin taucht er bereits in Gronds Roman "Almasy" aus dem Jahre 2002 erstmalig auf), wohl als Symbol der Gegenwart. Vergangenheit und Gegenwart verweben sich hingegen wie Okzident und Orient (wenn auch anders als im "West-östlichen Divan" Johann Wolfgang von Goethes, in dem dieser von 1819 bis 1827 seine letzte große Gedichtsammlung verfasste) und Gustave Flaubert meets Michel Houellebecq.Auch der Gustave Flaubert (1821 - 1880) durchzieht den Roman, da Journalist Paul Clement sich zu einer Reise auf Flauberts Spuren nach Ägypten aufmachen will. Doch da ereilt ihn die Nachricht vom Tode seines Freundes. Paul ist erschüttert und glaubt, Zusammenhänge zwischen seiner eigenen Gegenwart und der Flaubert zu erkennen - dabei beherrscht Grond die Technik der "Melange" (der weit auseinanderliegenden Räume und Zeiten) ähnlich meisterhaft wie einst Flaubert.Am Ende bleibt der Leser ratlos angesichts dieses Romans. Cui bono? Der Autor selbst gibt uns die Antwort: "Ich bin ein Schriftsteller, das ist mein Name, so werde ich unsterblich, und doch geschieht es unablässig, verwandelt die Schreibwut den Globus in ein Erg vom Romanen."Fazit: In keiner Hinsicht leichte Kost, was Walter Grond uns mit dem "Gelben Diwan" zu bieten hat.

  • B. Schnuch
    2019-03-19 23:01

    Der literarische Roman ist eine sympathische Hommage an Flaubert.Eine interessante Lektüre für frankophile 68er und Nach68er, die Freude an der französischen Literatur und Lebensart haben. Sie werden eine geschickte Verbindung von Vergangenheit (Flaubert) und Gegenwart (Houellebecq) finden. Der Autor gibt eine Retrospektive der Lebensbewältigung der nach 68er von der Sinnsuche in Indien bis zur Himmelfahrt" und er richtet den Blick auf die heutigen Weltenbürger und wie wir unser Leben erfinden und Beziehung versuchen zu gestalten.Der Autor beschreibt, wie der gleichgültige, glücklose, durchschnittliche Ex-Ehemann, alleinerziehende Vater und erfolgreiche Reisejournalist Paul Clement sich über fünf Jahre auf seinen gelben Diwan zurück zieht und den Schriftsteller Gustave Flaubert auf seiner Orientreise und nach Frankreich begleitet. Clement macht Notizen und Berichte, aus seinen Rückschauen und Erlebnissen entsteht ein Roman. Auf dem gelben Diwan erreicht ihn die Todesnachricht seines früheren väterlichen Schriftstellerfreundes Johan, dessen Selbst-Auslöschung in seiner Wahlheimat Saint-Marc-sur-Mer.Clement fährt zur Beerdigung, in sein verlorenes Paradies. Er versucht den verlorenen Freund zu verstehen und spürt ihm nach. Clement lebte als revolutionierender, rebellierender Bohemien in Johans Welt, bis er verbannt wurde. Der Leser folgt dem Autor gespannt ins wildromantische Frankreich und flüchtet mit ihm in die Weltereignisse der Gegenwart. Die Spurensuche führt zu gemeinsamen Bekannten und Verwandten bis an den Ursprung Jonas, in den ehemaligen Slums, den Bulak der Großstadt, der heutigen Kommandozentrale der IT-Branche.Clement stellt sich den Schatten seiner Vergangenheit. Die Zeiten der Trennungen und Wiedervereinigungen ziehen an ihm vorbei und wie ein roter Faden durch das Buch.Die Beziehungen schwanken zwischen panischer Eifersucht und kalter Zurückweisung. Behle, seine Exfrau, eine wohlerzogene Weltbürgerin, ist dabei sich zu emanzipieren, von ihrem anatolischen Vorfahren(Vater) und ihrem Ehemann, von dem sie das dritte gemeinsame Kind erwartet. Sie scheint in der Mutterrolle aufzugehen und zwingt Clement, der seit seiner Kindheit geübt hat: sich tot zu stellen" aus seiner vergangenheitskranken Agonie zu erwachen und die Liebe zu lernen.Ein spannendes Gegenwartspanorama über Beziehungen, über Frauen- und Männeremanzipation.Ein Roman der Unterschiede im Okzident und Orient nachspürt. Ali, ein Mohammedaner, als Biograph auf Johans Spuren wandelt, er spürt der europäischen Conditio humana nach und sammelt okzidentale Sonderbarkeiten und humanistische Unsinnigkeiten.Ein sehr großes, umfassendes, weit reichendes schönes Buch.